Angeblich sind Züge tatsächlich das Lieblingshobby dieser eigenwilligen Band aus Leeds. Ihre Musik jedenfalls hört sich an, als wären sie gleich auf mehrere fahrende Züge aufgesprungen. Es ist elegische Weltschmerzmusik, die ungeniert auf die Ahnengalerie des britischen Depripops von Joy Division bis Editors verweist. Wenn es einem schon schlecht geht, dann richtig: Dieses Gefühl besingen I Like Trains in Songs wie „Sea Of Regrets“ ausgesprochen stimmungsvoll. Live ist dies allerdings kein Zuckerschlecken. Da stehen fünf stoische Herren in Hemd und Schlips und geben sich große Mühe, keine Euphorie aufkommen zu lassen. Die Indie-Girlies im Publikum jubeln dennoch: weil David Martins verführerische Baritonstimme so schön traurig klingt.

Video-Tipp: „A Father’s Son“ von I Like Trains