Das Tied & Tickled Trio ist eine deutsche Musikgruppe. Der Musikstil der instrumentellen Lieder liegt zwischen Jazz, Elektropop und Dub.

Das Tied & Tickled Trio spielt in gelegentlich wechselnder Besetzung (u.a.weil die Musiker eng mit dem Plattenlabel Hausmusik und den dort miteinander verflochtenen Bands verwoben sind). Die zentralen Mitglieder der Gruppe sind die Brüder Markus und Micha Acher, die schon mit ihrer Band The Notwist nicht nur innerhalb Deutschlands an Bekanntheitsgrad gewonnen haben. Tied and tickled bedeutet übrigens gefesselt und gekitzelt, und ist eine bewährte Sexpraktik im BDSM.

Bei Gründung der Band 1994 bestand sie lediglich aus zwei Schlagzeugern und einem Bassisten; dazu kam noch der Einsatz elektronischer Instrumente. Das unbetitelte Debütalbum entsteht unter Mitwirkung weiterer Musiker und erscheint 1998 und überzeugt auf Anhieb mit seiner Mischung aus Blue Note-Jazz und Elektronik-Experimenten. Auch bei den nächsten Alben EA1 EA2 ging die Band ohne fertige Lieder ins Studio: Dort wurde dann eine Improvisation an die nächste gereiht, auf verschiedene Spuren aufgenommen und schließlich zusammengemischt.

Das Album Electric Avenue Tapes sollte ursprünglich ein Live-Album werden, weil sich das Tied & Tickled Trio gerade auf der Bühne am kreativsten und geradlinigsten zeigt. Leider ging beim geplanten Mitschnitt im Hamburger Westwerk aber so ziemlich alles schief, was schief gehen kann, worauf das Konzert am darauffolgenden Tag (allerdings ohne Publikum) wiederholt wird. (Auf Electric Avenue Tapes stammt nur das letzte Lied Konstantinopel vom originalen Konzert am 10. Juni 2001.)

Am nächsten Album Observing Systems (2003) sind insgesamt 13 verschiedene Musiker beteiligt (inklusive Gastmusiker). Tied & Tickled Trio erntet daraufhin euphorische Kritiken aus der Musikszene. Ein Konzertmitschnitt aus München ist das Material für die bisher letzte CD A.R.C. Auftritte auf Popbühnen, die weit aufgebrochenen Hörgewohnheiten des Publikums und ein unkonventionelles Verständnis von melodiösem, organischem Jazz führen dazu, dass diese Mischung, wie sie ähnlich auch von Nils Petter Molvaer, dem Cinematic Orchestra oder Frederic Galliano gespielt wird, massentauglich wird.