Die Männer im Publikum würden diesen Kerl, der Laura Jansen so wehtun konnte, am liebsten verprügeln. Die Frauen leiden stumm mit der holländischamerikanischen Singer-Songwriterin, wenn sie einfach nur hinter ihrem Keyboard steht, traurig dreinschaut, spielt und einen wehmütigen Satz wie „This is the end“ zigmal wiederholt. Herzschmerz ist das Garn, aus dem die Mittdreißigerin aus Los Angeles die Songs für ihr Album „Bells“ strickt. Nicht umsonst ist sie oft im Vorprogramm von William Fitzsimmons oder Joshua Radin aufgetreten. Wie ihre Kollegen lotet sie in ihren Songs lustvoll, aber leise ihre Befindlichkeiten aus. Ihre sanfte Stimme transportiert Wehmut – sie sorgt für tiefe Ergriffenheit vor der Bühne. Da möchte man schnell zu Laura Jansen eilen, um sie zu trösten.

Video-Tippp: „Wicked World“ von Laura Jansen