Er zieht den Hut bei jedem Applaus, kommt im makellosen Zwirn auf die Bühne und verhaspelt sich in keinem seiner literarischen Sätze: Leonard Cohen verfügt als Grandseigneur der melancholischen Ballade über fast schon beängstigend viel Stil. Seine Songs sind geschmackssicher orchestriert und gespickt mit Metaphern, Sarkasmen und Zweideutigkeiten.

Musik spielte für Leonard Cohen zunächst eine untergeordnete Rolle, strebte er doch eine Karriere als Schriftsteller an. Im Ausland begann man nach der Veröffentlichung seines ersten Werkes auf ihn aufmerksam zu werden. Stipendien und die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Bücher ermöglichten ihm längere Reisen quer durch Europa, bis er sich schließlich auf der griechischen Insel Hydra niederließ. Von dort aus veröffentlichte er die Romane „The Favourite Game“ (1963) und „Beautiful Losers“ (1966) sowie den Gedichtband „Flowers for Hitler“ (1964).

1967 kehrte Cohen nach Amerika zurück, um in New York eine Karriere als Folksänger und Songwriter zu beginnen. Das 1984, nach einer längeren Pause, erschienende Album „Various Positions“ ist wohl sein erfolgreichstes. Das gebetähnliche „If It Be Your Will“, welches Cohen selbst immer wieder als sein bestes Lied bezeichnet hat, ist dort, genauso wie das oft gecoverte „Hallelujah“ enthalten.

Video-Tipp: Leonard Cohen – I’m your man

Leonard Cohen – I'm your man von manon42

In den 90ern zog sich Cohen zurück. Nach seiner Rückkehr aus der Eremitage eines buddhistischen Klosters veröffentlichte er 2001 sein Album „Ten New Songs“.

Seine Konzerte sind wie Audienzen, manchmal fast wie Gottesdienste. Weil feingeistige Songs wie „The Partisan“, „Suzanne“ oder „The Future“ kaum jemand sonst noch schreibt, bleibt Anhängern des poetischen Pops bald nur noch Leonard Cohen als Prediger übrig.

Im Januar 2012 erschien das Album „Old Ideas“.

Das Album „Old Ideas“ exklusiv im Spotify-Stream