Wenn man sich mal mit einem Musiker oder Szene-Beobachter aus dem Ausland unterhält, wird man schnell feststellen, dass noch immer Rammstein oder Nena das Bild der deutschen Popmusik prägen. Dabei entsteht in Berlin bereits seit geraumer Zeit eine vorzeigbare Popszene, die sich problemlos mit den Kollegen aus den internationalen Metropolen messen kann. Neben Künstlern wie Seidenmatt, I Might Be Wrong oder Nils Frahm müssen zuvorderst Siva genannt werden. Sänger Andres vermittelt glaubhaft jeden Quadratzentimeter seiner Seele und umschifft dabei Klischeefallen weiträumig und zielsicher. Das Wechselspiel aus Laut und Leise bleibt bei Siva herrlich unberechenbar. Die Band könnte schnell viel zu groß werden für ihre Szene. Es wäre ihnen in jedem Fall zu wünschen.