Mit ihrer Musik sendet Fleur Earth codierte Signale aus dem Untergrund, denn ihre Texte klingen kryptisch und abstrakt, sind aber das Gegenteil von verkopft. Man muss sie fühlen, um zu verstehen. Ist das geschafft, folgt ein Kosmos voller Geschichten aus dem Leben der Sängerin, die als Teenager aus der Demokratischen Republik Kongo nach Deutschland kam und über Umwege in Köln gelandet ist. Im Spätsommer 2005 hat sie mit Musikern aus ihrem Freundeskreis eine stattliche Live-Band mit Gitarre, Rhodes, Bass und Drums formiert. Mit C:mone, die Fleur am Mic unterstützt, wurde das Experiment komplett gemacht. Fernab von fadem R&B-Glitzer spielt das Kollektiv um Fleur Earth eine zurückgenommene aber klare Melange aus Soul, Funk, HipHop und Pop, die vor allem auf der Bühne bestens funktioniert. Nach der EP „Skurreal“ im Sommer 2008 erschien dieses Jahr das Debüt „Soul de Cabots“, übersetzt Straßenkötersoul. Für das Fleur Earth Experiment trifft es die Bezeichnung Straßensoul ganz gut. Und wenn dabei Goethe als Inspiration herangezogen wird, ist das durchaus ernstgemeint.

Video-Tipp: „Zeitleiden“ von Fleur Earth Experiment