Eine Gitarre, ein Bass und ein Schlagzeug reichen Polarkreis 18 nicht. Elektronische, zuckersüße Pop-Refrains und Felix Räubers Falsett-Gesang dickt das Sextett aus Dresden auf seinem an Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ angelehnten Album „Frei“ mit Streichern, Bläsern und vielem mehr an. Dem Bombast mangelt es an Substanz und manchmal meint man gar, Modern-Talking-Anleihen herauszuhören. Trotzdem tauschen die Musiker jetzt wieder ihre Alltagsklamotten gegen ihre weißen Raumfahreranzüge, um auf der Bühne inmitten eines Lichtfeuerwerks neue Songs darzubieten. Wenn sie die Musik live ein bisschen abspecken würden, könnte das funktionieren. Aber so ist höchstens der Nummer-eins-Hit „Allein, allein“ ein vorhersehbarer Höhepunkt.