Ein Schlagzeuger, ein wild zuckender Sänger, peitschende Synthie-Beats, dazu die Bühne in kaltes Neonlicht getaucht: 1982 vermochten Konzerte der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft, kurz DAF, noch zu schocken. Althippies fanden DAF-Hits wie „Tanz den Mussolini“ faschistoid. Pop-Avantgardisten dagegen verehrten Gabi Delgado-Lopez und Robert Görl als Electro-Vorreiter und Vorlagengeber für den späteren Techno-Hype. Für die meisten aber sind sie seit der Verfilmung des NDW-Romans „Verschwende deine Jugend“ die Vorzeigeband der Neuen Deutschen Welle. Was natürlich Unsinn ist. Als Symbolmusikanten einer gehypten Bewegung taugen sie nicht. DAF machen einfach nur DAF-Musik. Und die klingt auch nach 30 Jahren immer noch aggressiv, irritierend und überhaupt nicht nostalgisch.

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