Krach für die Boheme. Wenn sich Nick Cave, Warren Ellis, Martyn Casey und Jim Sclavunos in den feinen Zwirn werfen, ist das auch schon das Einzige, das sie als die reifen Herren erscheinen lässt, die sie eigentlich sind. Abgefuckt im positivsten aller Sinne liefern Cave und Co den Gegenentwurf zu allem – besonders zur Altersmilde. Mit fast jugendlichem Ungestüm klatschen da theatralischer Punk, studierter Lärm, psychotischer Blues und sperrige Prosa ungebremst aufeinander. Cave wirbelt wie blöd mit den Armen, gibt den Prediger und singt dabei so viele lustige Sachen, dass man zwischenapplaudieren möchte. Klappt aber kaum, weil seine ebenso wahnsinnigen Mitstreiter sofort wieder losbollern. Ein wahrer Wirbelsturm. Großartig.

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