Wer Johnny Winter vor acht Jahren live auf einer Bühne sah, musste den Texaner schon verloren geben. Ausgemergelt, gehunfähig, fast blind und orientierungslos spulte er nicht mehr als öde Routine ab. Doch 2007 dann das: Gut gelaunt saß der Albino vor seinen Fans, spielte wieder die flüssigste Gitarre des Blues, riss ein paar Witzchen und konnte gar zur Zugabe überredet werden. Kaum zu erklären, diese wundersame Wandlung. Hoffentlich hat die Genesung nun, da der 67-Jährige erneut auf Tour geht, noch weitere Fortschritte gemacht. Dann wird uns Winter endgültig als Interpret eigenwilliger Bluesepen, als Sammler skurriler Hüte, als raubeiniger Sänger und allem voran als Ikone aller Fans von Gitarrensoli, die länger sind als ein moderner Popsong, in Erinnerung bleiben.