„Melancholie ist der beste Grund, Songs zu schreiben“, findet die Schwedin Zelmani. Auch nach 15 Karrierejahren wirkt sie bei ihren seltenen Konzerten immer ein bisschen wie ein weltfremd-romantisches Mädchen, das seine unglücklichen Liebesgeschichten der besten Freundin beichtet. Vielleicht auch, weil sie unter schlimmem Lampenfieber leidet: „Ich schließe die Augen beim Spielen und stelle mir vor, ich sei zu Hause“, gesteht sie, „dann geht’s mir besser.“ So spielt sie leise Lieder, denen Dylan und Cohen anzumerken sind, die eher nach dem Staub des Mittleren Westens der USA als nach den kalten Fjorden Skandinaviens klingen: Entwaffnend schlichte Akustikgitarren- Songs, so zärtlich und behutsam wie Schäfchenwolken und Zuckerwatte.

Video-Tipp: „Going Home“ von Sophie Zelmani