Es lebt dieses hartnäckige Missverständnis, dass sich die Umgebung, in der man Platten aufnimmt, auf die Songs auswirkt. Das Gegenteil ist der Fall. Das neue Album „Neptune“ von The Duke Spirit etwa schwitzt unzählige Bilder von sinkenden Schiffen und verschollenen Schätzen, Unterwasserromantik eben, und wurde doch die in einer unerbittlichen Wüstenlandschaft im amerikanischen Westen erarbeitet. Die Band um die unverschämt attraktive Sängerin Liela Moss lebt und liebt die Kontraste. Songs, die direkt, frisch und unglaublich ungezügelt nach vorne gehen. Endlich wieder eine englische Band, bei der jede Geste stimmt und „ambitioniert“ kein Schimpfwort ist. Und dass diese Truppe gerade live eine regelrechte Offenbarung ist, davon kann sich jetzt jeder selbst überzeugen.

Video-Tipp: „The Step and The Walk“ von The Duke Spirit