Der Mann mag keine großen Gesten: Kurze Begrüßung, Gitarre eingestöpselt, und los geht’s auf eine Zeitreise mit Solostücken, Sugar-Songs und Hüsker-Dü-Klassikern. Am Ende ist klar, warum der New Yorker als Vaterfigur des Alternative Rock gilt. Mould liebt Kontraste, nutzt einfache Stilmittel und weiß genau, was er da tut. Er setzt Noises und Feedbacks ein, mauert mit kratzigen Gitarren Soundwände und kontrastiert alles mit zuckersüßen Gesangsharmonien im Popformat. Sein aktuelles Werk „Life And Times“ ist der beste Beweis seiner These, das Wichtigste an Musik seien „Intelligenz und Lautstärke“, obwohl der fast 50-Jährige mit Electro-Alben wie „Modulate“ und DJ-Sets ja eigentlich „mal wegkommen wollte von diesem Jede-Menge-Lärm-Ding“. Schön, dass er sich das noch mal überlegt hat.

Video-Tipp: „It’s Too Late“ von Bob Mould