Im „Summer Of Love“ von 1969 tourte die Band Koola Lobitos aus Lagos in Nigeria durch die USA. Die wichtigsten Köpfe der jungen Truppe: der Sänger und Bandleader Fela Kuti – und Tony Allen, der musikalische Direktor. In Amerika entdeckten sie den Funk von James Brown und kamen mit den Black Panthers, dem radikalen Arm der Bürgerrechtsbewegung, in Kontakt.

Zurück in Lagos kombinierten sie die neuen Einflüsse mit afrikanischer Folklore und Highlife-Jazz. Das Ergebnis tauften Allen und Kuti Afrobeat – und der wurde zu einem der mächtigsten Exportschlager Afrikas überhaupt. Die treibende Kraft des Funk, Trompeten und Percussions, dazu Texte, die die korrupten Eliten Afrikas kritisierten: Diese Mischung begeisterte die Clubgänger weltweit – und kam nie in den Verruf, kitschige Folklore zu sein. Ende der siebziger Jahre trennten sich Kuti und Allen Tony Allen blieb dem Afrobeat treu, gründete seine eigene Band, zog erst nach London, dann nach Paris. Mit Blur-Frontmann Damon Albarn gründete er vor vier Jahren das Projekt The Good, the Bad & the Queen. In den Sinkkasten bringt er nun sein neues Album „Secret Agent“ mit.

Alexander Jürgs