Man kann die Musik von Manowar ganz schön affig finden. Und erst recht die Posen dieser verkniffen blickenden, breitbeinigen, langhaarigen Leder-Typen mit ihren unförmig gestählten Körpern. Man kann aber auch viel Spaß an dieser Band haben, die konsequent jedes denkbare Klischee des Heavy Metal bedient. Würden sie ihre Alben nicht mit blutrünstigen Monstern, schwertschwingenden Barbaren und nackigen Blondinen füllen und ihre Songs nicht „Gods Of War“ oder „Louder Than Hell“ nennen, es wäre nur halb so lustig. Doch Manowar, seit 1980 im Geschäft und als „lauteste Band der Welt“ bekannt, bleiben sich und ihrem Image treu. Dabei ist das Image der Heavy-Metal-Krieger, die sich der nordischen Mythologie bedienen und ihre Songs wie Heldensagen gestalten, natürlich nicht unumstritten. Faschistoid finden es politisch korrekte Zeitgenossen. Nicht mehr als eine Fantasy-Show, bei der dem Fan Ehre und Ruhm im Kampf gegen den „falschen Metal“ zuteil werden, so finden es „aufgeklärte“ Fans.

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Sicher aber ist: Eine Band, die ihren ersten Plattenvertrag mit eigenem Blut unterzeichnete, kann nicht ganz frisch sein. Es braucht schon ein wenig ironische Weitsicht, um Manowar-Konzerte als das zu erleben, was sie wirklich sind: grandiose Comedy-Shows zum Thema Heavy Metal. Mit diesem Selbstverständnis lebt es sich ganz ungeniert in der Masse der stilecht gedressten (Leder-Armband, Muscleshirt und Pudelfrisur) Manowar-Fans, den sogenannten „Metal Warriors“. Diese begrüßen die Band mit dem „Sign Of The Hammer“: die eine Hand umschließt das Handgelenk der anderen, die mit geballter Faust erhoben wird. Weitere Rituale folgen: kollektives Haupthaarschütteln, Motorradrennen auf der Bühne, Blitz und Donner. Muss man mal erlebt haben.