Die US-Band mit halb japanischen, halb italienischen Wurzeln klingt nicht mehr so schillernd wie noch vor einigen Jahren. Längst ist das Quartett auf schwebende, fast meditative Ruhe umgeschwenkt. Die versammelte Presse quittierte dies bei einem Hörtermin mit verschränkten Armen. Dabei haben sie ihre Kantigkeit lediglich gegen Erhabenheit eingetauscht. Todtraurige Synthieflächen verdrängen die Gitarre und lassen Kazu Makinos fragiler Stimme noch mehr Raum. Manchmal muss man eben Wände einreißen, wenn das eigene Zuhause wie ein Gefängnis wirkt. Blonde Redhead sind sicher auch live kein verdrehter Wahnsinn, aber ein Beispiel für kolossale Eloquenz, das nur noch wenig mit dem Gestus einer Indieband gemein hat. Wird sicher ein forderndes Konzerterlebnis.

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