Wer PeterLichts Lieder hört von Trennungen, vom geisteskranken Ich oder von ständig und überall herausgekotzter Sexualität, möchte meinen, es handele sich bei seinen Konzerten um deprimierende Versammlungen gescheiterter Weltverbesserer. Und da der Kölner sich meist nur mit Gegenständen vor dem Gesicht fotografieren lässt, könnte man annehmen, der Sänger trete hinter einer Schattenwand auf. Mitnichten. Der lichtscheue Künstler steht mitten in seiner Band, mit dem Herzen beim Publikum und hat ganz offensichtlich einen guten Abend. Und die Menschen, die lässig zu seiner Musik wippen, auch. Sie wissen, da vorn steht einer, der weiß, dass das Leben nie ein Jackpot sein wird, aber das noch lange kein Grund dafür ist, es nicht zu lieben. Das ist kein Happening für Verkopfte, sondern ein Abend, an dem zwischen Bier und Pop die Welt zu einem sehr angenehmen Ort wird.

Video-Tipp: „Sonnendeck“ von PeterLicht