Einst wegen seiner Gesichtsform als „Affengesicht“ verspottet, schmückt sich der Sänger aus Manchester mittlerweile selbst mit dem Beinamen „King Monkey“. Und als König des Britpop wird er auch 23 Jahre nach dem Ende der legendären Stone Roses noch immer gefeiert und von Kollegen wie den Gallagher- Brüdern als Vorbild bezeichnet. Gemeinsam mit Bands wie The Charlatans und den Happy Mondays zelebrierte Brown Anfang der Neunziger den drogenverhangenen Manchester-Sound, der heute als Shoegazer- Pop wieder Erfolge feiert. Und Brown ist mittendrin: Sechs Top-Ten-Alben hat er im Vereinigten Königreich in seiner mehr als zehnjährigen Solokarriere platziert.

Video-Tipp: „Stellify“ von Ian Brown

Seine Songs sind im Laufe der Jahre immer politischer geworden, reflektieren die sozialen Verwerfungen in seiner Heimat und führen die Punk-Einflüsse seiner Jugend mit den elegischen Hymnen des zeitgenössischen Gitarrenpop zusammen. Und über allem thront seine Stimme. Entrückt, gelangweilt und unterschwellig Gefahr ausstrahlend wuchtet er diese bei seinen Liveshows über seine Songs. Wie es sich für einen britischen Rockstar gehört, prügelt er sich mit Fans, die ihm querkommen. Dabei ist auch sein Sinn für Humor nachgewiesen: Beim Harry-Potter- Streifen „Der Gefangene von Askaban“ huschte Ian Brown einige Sekunden in einem Cameo- Auftritt durchs Bild. Gage: 200 Pfund. Ohne Verkleidung kommt der König der Affen nun auf Tour. Mit den starken Songs seines neuen Albums „My Way“, einer Hommage an sein Jugendidol, Sex-Pistols-Bassist Sid Vicious. Der starb im Alter von 21 Jahren, Ian Brown ist mit 46 auf dem Zenit seines Könnens angekommen.