Paco de Lucía ist ein bedeutender zeitgenössischer spanischer Gitarrist und gilt als Großmeister der Flamenco-Gitarre. Er pflegt den traditionellen Flamenco und bereicherte diesen um neue Elemente, vorrangig um Blues oder Jazz. Sein zwei Jahre älterer Bruder Pepe de Lucía, ist Flamenco-Sänger und Songwriter. Paco de Lucía erhält mit fünf Jahren seine erste Gitarre von seinem Vater, der selbst Gitarrist ist. Der Vater bringt ihm anschließend das Gitarrenspiel bei. Die klassische Flamencoausbildung bedeutet, dass man nicht nach Noten und in einer Schule lernt. Der Flamenco versteht sich vielmehr als Kunst des Volkes und wird durch Zuhören und Nachahmen tradiert. Daher können viele der bedeutenden Flamencogitarristen keine Noten lesen.

Paco de Lucía interpretiert folglich klassische Musik alleine durch Auswendiglernen und Wiedergeben ohne die Zuhilfenahme von Partituren. Bekannte Interpretationen sind beispielsweise Interpreta a Manuel de Falla, Doce canciones de García Lorca oder das Concierto de Aranjuez, das er im Beisein des Komponisten Joaquín Rodrigo aufnimmt.

Mit elf Jahren hat Paco de Lucía seinen ersten öffentlichen Auftritt und erspielt sich ein Jahr später beim Festival von Jerez de la Frontera einen Spezialpreis. Mit 15 Jahren nimmt er als Mitglied des Ensembles von José Greco an der ersten Auslandstournee teil. Mit 17 Jahren nimmt er zusammen mit Ricardo Modrega die erste Schallplatte auf, und mit 20 Jahren bringt er seine erste Soloschallplatte auf den Markt.

In dieser Zeit beginnt er auch eine langjährige Zusammenarbeit mit dem populären Flamencosänger Camarón de la Isla, die großen Einfluss auf das Werk und die Popularität von Paco de Lucía haben wird. Zwischen 1969 und 1984 entstehen zwölf Produktionen der beiden. Gleichzeitig entstehen jedoch auch elf Produktionen mit dem eher traditionell orientierten Sänger Fosforito. Weitere Sänger, mit denen de Lucía auftritt sind Bambino, Chato de la Isla, Enrique Montoya, Juan el de la Vara, Antonio Mairena und El Sevillano.

Den internationalen Durchbruch schafft der 26-jährige Paco de Lucía im Jahre 1973 mit der Einspielung Fuente y Caudal und dem Hit Entre dos Aguas. Seit 1977 unternimmt Paco de Lucía mit den Jazzgitarristen Al Di Meola und John McLaughlin zahlreiche Tourneen, die vorerst 1996 mit dem Studio-Album The Trio enden. Sie spielen 1981 das Live-Album Friday Night in San Francisco ein, welches sich vielgefragt verkauft. 1982 folgt das Studio-Album Passion, Grace & Fire. Durch diesen Kontakt mit den vielseitigen Weltgitarristen beweist de Lucia erneut seine Offenheit und Experimentierfreude, bleibt jedoch nach wie vor dem Flamenco treu. In einem Interview erklärt er: „Ich habe nicht die Stile vermischt, sondern einfach mit Musikern anderer Sparten zusammen gespielt“.

Sehen sie hier ein Video von Paco de Lucía: