Die vier College-Typen in Button-Down-Hemden, weißen Chinos und Slippern sehen nicht unbedingt nach der Über-Hype-Band der letzten zwei Jahre aus. Vielmehr wirken Vampire Weekend auf der Bühne wie die Erben der Beach Boys. Die US-Combo verzichtet auf die bedeutsame Künstler-Optik von MGMT oder die Indie-Rüpel-Arroganz eines Julian Casablancas. Und wirken dabei so grundsympathisch, dass man sogar über Polopferdchen und Popperfrisuren hinwegsieht. Mit ihrem Debütalbum „Vampire Weekend“ erschuf das Quartett um Sänger Ezra Koenig den Soundtrack zur ewigen Studentenparty. Selten war eine Band so konsensfähig, ohne sich dabei postwendend den Mainstream-Stempel abzuholen.

Video-Tipp: „“Cousins““ von Vampire Weekend

Vom Neo-New-Waver bis zum Weltmusik-Fan bringen die Columbia-Absolventen ein Publikum jenseits aller Genre-Grenzen zusammen. Mit ihrem Mash-up aus rhythmischem Afropop, Punk und paradiesischem Calypso knipsen Vampire Weekend schon mit dem Konzertopener den Gute-Laune-Schalter an. Auch im tiefsten Schmuddelwinter lösen die familiären Live-Gigs eine sommerliche Glückseligkeitswelle im Publikum aus, die es sonst nur auf sonnigen Open-Air-Festivals gibt. Doch statt musikalisch auf der Stelle zu treten, gibt es noch präziseren Instrumenteneinsatz und Texte, die über das College-Leben hinausgehen. Die Extraportion Ska, Percussions und Steeldrums verheißt einen extrem tanzbaren Konzertabend. Der beste Weg, um im Winter einen gefühlten Kurzurlaub in die Karibik zu machen.
Anna Pries