Überall blickt man in strahlende Gesichter. Anders als bei vielen Electroacts, bei denen die Leute in sich gekehrt mit geschlossenen Augen tanzen, ist Booka Shades Auftritt immer eine riesige Party. Jubeln, pfeifen, tanzen, springen: Ihr Sound bewegt nicht nur den ganzen Körper, sondern auch das Herz. Wenn das deutsche Electroduo Walter Merziger und Arno Kammermeier zu wild flackernden Lichtern hinter seinen Decks verschwindet und sich völlig dem Sound hingibt, rastet das Publikum grundsätzlich aus. Und es ist schön zu sehen, mit wie viel Enthusiasmus die DJs ihre Songs live umsetzen. Ob auf der großen Festivalbühne, im kleinen Club oder allein tanzend im heimischen Wohnzimmer: Booka Shade funktionieren immer.

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Anders als manche Kollegen aus der Elektronikbranche stehen sie auch nicht starr hinter ihrem Equipment, sondern verausgaben sich nach Strich und Faden: Merzinger bedient ausgelassen Synthesizer, Mixer und die Effektgeräte, Kammermeier kontrolliert die für ihn so wichtigen Visuals und hämmert wieder und wieder auf das elektronische Schlagzeug ein. Und doch, ungeachtet ihres Selbstverständnisses als Band, wissen Booka Shade ganz genau, was in Nachtclubs stets gut ankommt und transportieren das dort stets erfolgreiche Konzept wilder Spannungsbögen mühelos auf die Konzertbühne. Pumpende Club- Beats lassen sie urplötzlich auf hypnotische, langsamere Passagen prallen, die dann wiederum auf überdrehte Synthie-Effekte treffen. Und am Ende entlassen die Berliner ihr ausgelassenes, losgelöstes und verschwitztes Publikum dann in eine Nacht, die gerade erst begonnen hat.
Yasmina Foudhali