Angeblich ist traurige Musik ja immer nur so traurig, wie derjenige, der sie gerade hört. Stimmt das, werden die Konzerte der Amerikanerin Maria Taylor schwere Herzen noch schwerer machen. Zugleich finden auch jene, die locker und beschwingt zu den intimen Shows der 22-Jährigen erscheinen, etwas Glückseligkeit dank ihres spartanisch, aber intensiv inszenierten Pop-Folks. Manchmal knistert er im Hintergrund auch elektronisch, aber immer erfüllt die süßlich knusprige Stimme der zierlichen Frau aus Nebraska die Atmosphäre mit wundersamer Wärme. Ein dramatisches Singer/Songwriter-Spektakel, das allein von der Aura einer wirklich bemerkenswerten jungen Künstlerin lebt. Nicht zuletzt, weil sie sich live tief in die Seele blicken lässt.

Video-Tipp: „Song Beneath The Song“ aus dem Album „11:11“