Man wundert sich schon, warum auf der Bühne so viele Handtücher verteilt werden wie abends am Pool eines Ferienclubs auf Mallorca. Spätestens wenn sich die vier Musiker auf der Bühne aufgereiht und ihren ersten Song gespielt haben, erübrigt sich das. Sie legen los wie die Feuerwehr, fiedeln über ihre Instrumente, singen mit voller Inbrunst ins Mikro, als gebe es intern einen Preis für das am stärksten durchgeschwitzte Hemd. So brettern die vier Londoner ihre Bluegrassnummern runter – ein eigentlich etwas antiquierten Sound, dem sie aber gekonnt neues Leben einhauchen. Banjo und Kontrabass finden ihren Platz in der Gegenwart. Mit einer ungeheuren Ausdauer reihen sie Song an Song und wollen kein Ende finden. Gut so.

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