Air ist die Abkürzung für „Amour, Imagination, Rêve“, für Liebe, Fantasie, Traum. Tatsächlich lässt sich der Klangkosmos des französischen Duos mit diesen drei Begriffen exakt auf den Punkt bringen. „Weil Nicolas und ich ziemlich ängstliche Menschen sind“, sagt Jean-Benoît Dunckel, „bauen wir uns mit unseren Liedern einen Kokon, in dem wir unseren Frieden finden.“ Deswegen taugt ihre Musik zum Einkuscheln. Sie klingt mal nach Easy Listening, mal nach Pop oder Electro. Das hört sich nicht nur extrem entspannt an, sondern funktioniert auch live sehr gut.

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In den einfühlsamen Stücken kann man sich kurzzeitig verlieren. Verträumt die Augen schließen und sich sanft von den Melodien davontragen lassen. Das hindert die beiden Soundtüftler jedoch nicht daran, in den Songs ihres neuen Albums „Love 2“ zuweilen mehr Fahrt aufzunehmen. Dann gönnt sich Godin ein Gitarrensolo, bevor Dunckel wieder selbstverloren in die Tasten seines gigantischen Keyboards greift. Eine gewaltige Show mit ausgefeilter Tanzchoreografie und Feuerwerk erlebt man nicht bei einem Air-Konzert. Auf der Bühne wirken die Musiker in einem Meer aus Lichtern so cool, wie es nur echte Pariser Hipster können. Sie setzen auf reduzierte Gesten und verkneifen sich oberflächliche Bühnenposen. Die herzerwärmenden Refrains singen Dunckel und Godin diesmal ganz allein. Auf Gast-Vokalisten haben sie bei „Love 2“ verzichtet. Charmant, wie sie bei ihren englischen Liedern einen starken französischen Akzent kultivieren. Dafür lieben ihre Fans sie ebenso wie für die zuckersüßen, aber niemals kitschigen Klänge. Ohne Air wäre die Pariser Electroszene um einiges ärmer.