Nur schwer gelang Marc Almond der Weg zurück ins Rampenlicht, nachdem er 2004 bei einem Motorradunfall lebensgefährlich verletzt wurde. Almond war ganz unten – aber schon immer ein Kämpfer. Mehrere Überdosen Heroin überlebte er ebenso wie Mordversuche zwielichtiger Gestalten und aggressiver Schwulenhasser. Dann der schwere Unfall. Seine Karriere schien für immer beendet. „Ich brauchte lange, um wieder an mich zu glauben, denn meine Stimme war erloschen“, sagt Almond. „Ich musste sie durch harte Arbeit zurückholen.“ Dass seine Stimme, die einzige Konstante seiner Karriere, wiederhergestellt ist, zeigte der Geläuterte 2008 mit dem Album „Stardom Road“.

Die Rückkehr auf die Bühne hat Almond nicht zuletzt Antony Hegarty zu verdanken. Der transsexuelle Sänger war es, der den Achtziger-Popstar wieder ins Scheinwerferlicht holte. Bei einem seiner Konzerte bat er Almond mit den Worten „hier steht der Künstler, ohne den ich nichts wäre“ auf die Bühne. Offene Arztrechnungen spielen sicher auch eine Rolle. Sein 30-jähriges Karrierejubiläum will Almond nun mit einer Varieté-Show inszenieren. Nicht überraschend, denn die Shows des stimmgewaltigen Almond waren immer großes Theater. Ob schwülstige Orchestersounds, extrovertierter Glampop oder russischer Gypsy-Folk – das alles gehört zum Selbstverständnis des 52-Jährigen: „Heute Underground-Musik zu machen und morgen einen Song wie ‚Tainted Love‘ vor kreischenden Popfans zu singen: Ich habe das immer geliebt.“

Video-Tipp: „Tragedy (Take A Look And See)“ von Marc Almond