Auf ihrem dritten Album „Unholy Majesty“ ist nicht mehr viel übrig geblieben vom netten Folk-Mädchen mit dem blumigen Namen. Die Zeiten, als Rose mit ihren Eltern sang, den Folk-Pionieren „Steeleye Span“, sind lange vorbei. Zwar versuchte die 24-Jährige zunächst leicht verkrampft, in die Fußstapfen von Mama und Papa zu treten. Letztendlich war ihr dieses Unterfangen dann aber glücklicherweise doch zu steif und zu spießig. Jetzt gibt sich die Engländerin lieber den dunkleren Tönen hin, von Prog bis Metal. In schwarzer Kluft auf der Bühne wirkt sie der Welt entrückt und besingt mit ihrer sakralen Stimme, den mehrstimmigen Chören und harten Riffs, wütend und klagend den Verfall der Welt. Denn die Welt ist jetzt düsterer als früher. Dem hat sich die konsequente Folk-Rebellin Rose nur angepasst.

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