Wenn er im Holzfällerhemd auf dem Klavierhocker kniet und schwitzt, sieht Spencer Krug nicht gerade wie ein Popstar aus. Doch wenn der junge Kanadier seine vibrierende Stimme erhebt, die in emotionalen Momenten an David Bowie erinnert, ändert sich seine Ausstrahlung komplett: Da sitzt plötzlich Krug, das Genie. Krug, der großartige Komponist. Krug, der leidenschaftlich Künstler. Bei manchen Songs steuert Camilla Wynne, sonst an Glockenspiel und Keyboard, die Zweitstimme bei und bildet die stützende Komponente des Quintetts. Dann ergänzen sich Indiegitarre, Piano und Gesang zu einem dichten, epischen Gebilde. Nur in den Pausen, in denen Krug unbeholfen die Mikrofonhöhe verstellt, ist der Holzfäller in ihm wieder da.