Man fragt sich, was da bloß auf Island los ist und woran es liegt, dass die einheimischen Musiker so verschroben daherkommen. Man denkt an Björk, Sigur Rós oder an das Duo Múm, das jetzt auf Tour ist. Múm können mit ihrer Musik Wunder vollbringen. Sie können Lahme gehend machen, böse Menschen zum Weinen bringen und Kinder in den Schlaf wiegen. Ihr Electropop klingt seltsam fremdartig und garantiert durch den Einsatz von Orgel oder Akkordeon Gänsehaut. Irgendwie zerbrechlich, aber trotzdem opulent, fast sakral. Die typisch isländische Eigenbrötlerei trifft auf Múm allerdings nicht zu. Gunnar und Örvar arbeiten im großen Gastmusikerkollektiv an ihrem experimentellen Sound. Zudem haben die Jungs Humor. Über Twitter verkündeten sie jüngst:“We are the Bon Jovi of the future.“ Sicher nicht, denn ihr schauderhafter Sound ist von schnulzigen Balladen so weit entfernt wie Island von Deutschland.

Video-Tipp: „Green Grass Of Tunnel“ von Múm