„Es ist nicht wichtig, wie viel Kuhglocke man auf einem Album hat, sondern wie laut sie zu hören ist“, findet Ed MacFarlane, Sänger der Friendly Fires. Die Band aus dem britischen St. Albans veredelte mit dem klobigen Glockengeläut ihren Mini-Hit „Paris“. Auch bei Live-Auftritten offenbart das Trio eine Vorliebe für alles, was geschüttelt und geschlagen werden kann. Angerichtet wie ein gutes Mittagessen liegen Holzblöcke und Schädelknochen auf einem Tisch am Bühnenrand. Sobald die Utensilien in die Hände von Vorturner MacFarlane gelangen, fangen seine Hüften an, unkontrolliert zum Beat zu zucken. Ein mitreißender Anblick, der meist in eine kollektive Party von Band und Fans mündet.

Wie viel Spaß tatsächlich in den drei Mittzwanzigern schlummert, sieht man auch ihren Videos an: In „Skeleton Boy“ tanzen sie als Skelette verkleidet im Konfettiregen. Bei „Jump In The Pool“ probieren sie sich im Wasserballett. Für ihre neue Single „Kiss For Live“ flirten sie mit Samba und brasilianischen Tänzern. Das Stück soll die Richtung vorgeben für das nächste Album der Friendly Fires. Dabei ist ihr aktuelles, von Paul Epworth (Bloc Party, Maximo Park) produziertes Debüt noch längst nicht verbrannt. Nur langsam, nämlich Single für Single, fraß es sich in den letzten zwölf Monaten in die Gehörgänge der Indiefans und ist nun sogar für den hoch angesehenen Mercury Music Prize nominiert. Zu Recht: Sehnsuchtsvolle Synthiepop-Melodien und die eigentümliche Perkussion machen die Friendly Fires so unwiderstehlich wie eine Piña Colada. Und wecken Vorfreude auf ihren tropischen Disco-Karneval.

Video-Tipp: „Paris“ von Friendly Fires