Rock ist pure Lebensfreude – ein simples Dogma, das die Eagles Of Death Metal seit mehr als zehn Jahren verfolgen. Musikalische Trends sind ihnen deshalb schnuppe. Dem US-Quartett reicht es völlig, wenn die E-Gitarren extra laut gestimmt sind. Live zelebrieren sie ihren wüsten Stoner-Blues-Rock mit einer ganz besonderen Betonung des Körperlichen. Deshalb sind ihre Konzerte auch ein saftiger Tritt in den Hintern, bei dem sie sich sowohl auf als auch vor der Bühne verausgaben. Hat natürlich überhaupt nichts mit Death Metal zu tun, wenn Jesse Hughes da mit monströsem Schnauzbart und ebenso stattlicher Pornobrille den ehrenwerten Frauenbespaßer gibt.

Zusammen mit seinem Freund Josh Homme von Queens Of The Stone Age spielt der Kalifornier lupenreinen Spaßrock, trägt enge Hosen, lässt die Hüften kreisen und trinkt dazu Alkoholmischgetränke. Das Ziel ist eh längst klar: Damit die ein bisschen versauten Mädchen der Reihe eins zu beeindrucken und dann zünftig zu feiern. Die Musik ist freilich schamlos zusammengeräubert aus Boogie-Woogie, Punk, Southern Rock und Blödsinn. Dass die Band mit ihren Gesten oft etwas zu tief in die Klischeekiste greift, schmälert die Wirkung nicht. Schließlich will auch ihr Publikum nichts weiter, als sich beim wilden Headbanging den Hals verdrehen.

Video-Tipp: „I Want You So Hard“ von Eagles Of Death Metal