Manchmal sieht man Leute in den ersten Reihe eines Konzerts von William Elliott Whitmore, die den Kopf drehen, um lesen zu können, was der sich da auf die Finger tätowieren hat lassen: „Free“. Das macht Sinn, denn Whitmore spielt seinen Blues tatsächlich wie ein freier Mann. Nur selten lässt er sich von anderen Musikern begleiten, wenn der Farmer aus Iowa mit rauher Stimme und gequälter Seele über Politik, Verlust und die Schatten des Zeitgeists singt. Nur eine Haushaltshilfe sollte er sich bald suchen: Seine Lieder, sagt er, schreibt er meistens bei der Hausarbeit. Aber kein Mensch kann auf Dauer vernünftig putzen und gleichzeitig so ergreifenden Blues singen.

„Hell or High Water“