Ein dunkler Wald liegt vor ihnen. Es duftet nach Regen und nasser Asche. Ein Zauberer führt die schöne Sirene und ihr Pferd durch die mondlose Nacht, die nur von einem goldenen Strahl durchbrochen wird, hin zum Ritter in Kristallrüstung. Willkommen in der wundersamen Welt der Natasha Khan. Als Bat For Lashes nimmt sie uns bei ihren Konzerten mit auf eine mystische Märchenreise in eine Welt, die auf Kinderliedern und religiösen Überlieferungen ihres pakistanischen Vaters basieren. Eine Welt, in der das Gute nicht immer siegt, die Hoffnung darauf aber nicht totzukriegen ist. Eine dunkle, schöne, gefühlvolle und mächtigere Show wolle die 29-Jährige auf die Beine stellen, „um dem neuen Album mit mehr Beats und elektronischen Elementen zu entsprechen“, sagt sie.

Dafür musste auch ihre bisher dreiköpfige Begleitband The Blue Dreams weichen. Ein neues Quartett soll nun den fliegenden Instrumentenwechsel auf der Bühne bewältigen, um beinahe heimlich die Klangwälle ihrer Lieder aufzubauen, die man erst beim großen Paukenschlag bemerkt. Mag sein, dass das an der hypnotisierenden Stimme von Natasha Khan liegt, die das Beste aus Björk, Tori Amos und Kate Bush vereint. Ihr urban interpretierter Indianermädchen-Look ist daran sicher auch nicht ganz unschuldig. Mit Skelettanzügen, opulentem Federschmuck und bunter Kriegsbemalung schlug sie bei bisherigen Bühnenauftritten optisch die Brücke zwischen Bohème und Spiritualität. Ob es dabei bleibt? In ihrem Video zur neuen Single „Daniel“ zeigt sie Popkulturelles: Der hingebungsvoll Besungene entpuppt sich am Ende als Daniel LaRusso, besser bekannt als Karate Kid. Aber wo trifft sie ihn wohl? Zurück zum Anfang des Artikels.

Video-Tipp: „Daniel“ von Bat For Lashes