Shingai Shoniwa hat eine kräftige, soulige Stimme, die zugleich süß sein kann wie ein Schokobrunnen. Wenn sie wollte, könnte sie überall singen: beim Theater, in einer Soulband, in einem Musical. Will sie aber nicht. Deswegen hat sie sich mit Jamie Morrison und Dan Smith zusammen getan, um eine bissige Mischung aus Varieté, Punk, Jazz und Soul zu erschaffen, bei der ihre Stimme Purzelbäume schlägt. „Wir sind ein wahnsinniger Zusammenstoß aller Musikstile“, findet Shoniwa, „besonders die theatralischen Elemente unserer Liveshows liebe ich.“ Kein Wunder, schließlich hat sie früher in burlesken Nachtclubs in London und Brighton getanzt. „Da traten zum Teil echt verrückte Kabarettisten auf“, erinnert sie sich. „Einmal war da eine Frau, die aussah wie ein Strauß. Ich sang einen Jazzstandard mit einer Swingband im Hintergrund, und plötzlich fing sie an zu strippen, die Federn flogen durch die Luft und sie ging zu einem Nest am Rand der Bühne, und legte ein Ei aus ihrer Vagina.“ Mit so etwas muss man bei den Noisettes zum Glück nicht rechnen. Mit allem anderen schon.