Ein düsterer Raum. Eine Bühne, spärlich beleuchtet durch alte Nachttischlampen. Instrumente, hinter denen Musiker ohne Gesichter stehen. In der Mitte ein Mikrofon, vor dem sich eine Frau mit gespenstischer Schamanenmaske aufbaut und dramatische Lieder singt. Fever Rays Konzerte sind verstörend. Es gibt kaum visuelle Reize, und Karin Dreijer Anderson, die Stimme hinter dem genial-melancholischen Electropop-Projekt, zeigt sich nicht. Im Mittelpunkt steht allein die fantastische Musik. Nur ein dünner Mann hinter dem Mischpult sorgt für funkelndes Entertainment. Er ist Herr einer flimmernden Lasershow und schneidet mit infraroten Strahlen den dunkeln Raum in Scheiben, um grelles Discolicht auf dieses faszinierend tragische Klangbad zu werfen.

Video-Tipp: „When I Grow Up“ von Fever Ray