Gus Black hat ein seltenes Talent: Er kann auf einer Bühne von der Größe einer Streichholzschachtel stehen und lässt sie wie eine Arena leuchten. Allein mit seiner Gitarre und dieser gewissen Souveränität, die aus seinem Singer-Songwriter-Kapital warm klingende Münze macht, präsentiert er sich seinem Publikum. Und nicht nur das. Er erzählt Anekdoten und bringt die Leute zum Lachen und das, obwohl der Amerikaner, der zuletzt ein Leonard-Cohen-Coveralbum aufnahm, mit seinen rockigen Songs längst in nachdenklicher Melancholie angekommen ist. Ein paar Witzchen können da also nicht schaden. Zusammen mit seinen traurig-schönen Songs wird er so zum besten Freund des Publikums. Ob auf kleinen oder großen Bühnen, spielt da keine Rolle.

Video-Tipp: „Little Prince Town“ von Gus Black