Wie ein Rudel Welpen wirbeln die dänischen Dúné über die Bühne: Da wird gehüpft, sich gegenseitig angesprungen und auch mal aneinander gekuschelt. Immer im Mittelpunkt: ihr androgyner Frontmann Mattias Kolstrup, der sich seiner Rolle als Anführer bewusst ist: „Es ist sehr untypisch für einen Dänen, so etwas zu sagen, weil man bei uns mit dem Bewusstsein aufwächst, dass niemand besonderer ist als jemand anderes. Aber ich hatte schon immer das Talent, alle um mich herum zu unterhalten. Früher war ich der Entertainer im Klassenzimmer, heute kanalisiere ich das bei Konzerten.“

Dúné sind mit ihrem zweiten Album aber auch gereift. Seit der Bandgründung im Jahr 2001 waren sie nonstop auf Tour und haben mitunter seltsame Erfahrungen gesammelt. In Russland spielten sie bei einem Festival umringt von bewaffneten Soldaten. „Und von den zehn Leuten, die uns beim Aufbau helfen sollten, tranken neun schon tagsüber Wodka. Das hat jedes Klischee bestätigt“, berichtet der 22-jährige Kolstrup. Amüsanter fand er hingegen ihr Gastspiel in Tokio. „Dort hatte ich meine erste Begegnung mit einer Computertoilette. Die duscht dir automatisch den Hintern. Beim Pinkeln sah mich ein Typ von der japanischen Plattenfirma, der daraufhin anfing, sich auf dem Klo kontinuierlich vor mir zu verbeugen. Sehr surreal das Ganze.“

Video-Tipp: „Dry lips“ von Dúné

Auch sonst war Aufbruch bei Dúné angesagt: Anfang 2009 zog die Band nach Berlin, vor zwei Monaten verließ Keyboarderin Cecilie ihre Jungs. Nicht verwunderlich also, dass ihr aktuelles Werk „Enter Metropolis“ in elf Liedern vom Erwachsenwerden und der Unabhängigkeit erzählt – wild, atmosphärisch und rockig verpackt. Bei ihren Shows artet das zur kollektiven Abfeierei mit den Fans aus. „Scream with us, dance with us!“, singen Dúné fordernd. Der Song dazu heißt passend „Final Party Of The 21st Century“.