Wenn diese Band ein Medikamentencocktail wäre, er würde knallen. Mit einem feinen Näschen für die richtige Dosis schmeißen die fünf Münsteraner Post-Punk-Pillen und Pop-Pastillen ein, kippen eine Prise Surf und das Allheilmittel Neo-Disco hinterher und der Patient namens Eklektizismus springt aufgekratzt aus dem Behandlungszimmer. Miyagis Musik ist so spinnbeinig wie die Herren, die sie machen. Auf dem Debüt-Album „Hydraulic Son“ peitscht ein doppeltes Drumset die kriechenden Saiten zu Höchstleistungen. Daniel Ortega und Stefan Matysick hyperventilieren nicht nur an den Becken, sondern sticheln als doppelte Gesangsspitze solange, bis auch die Knie des letzten Tanzmuffels im Zeitraffer wippen – und das macht abhängiger als jedes Pharmazeutikum.

Video-Tipp: „Whatever 2.0“ von Miyagi