Anfang Mai 2010, bei den Release-Konzerten zu ihrem aktuellen Album „High Violet“, riss die siebenköpfige Bühnenformation um Frontmann Matt Berninger sogar das ansonsten so bräsige Berliner Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Perfekt inszenierte Songminiaturen über vergehende Liebe und emotionale Halbwelten in der Tradition der frühen R.E.M. – gespeist vom Moloch New York – haben bei den deutschen Musikfans offenbar einen Nerv getroffen. Platz zehn in den Album-Charts ist für eine Indieband ohne schlagzeilenträchtige Allüren ein überraschender Erfolg und Anspruch zugleich. Diesen lösen sie live – früher noch schüchtern, mittlerweile in aller Kompromisslosigkeit – mehr als ein. Mit Texten voller verzweifelter Anmut.

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