Einsatz Segeltuchturnschuhe. Anders ist dem geschniegelten Popper-Look des Quartetts wohl kaum beizukommen. Das ist auf den ersten Blick so clean, dass beim Konzert nicht nur Gesichtskontrollen, sondern auch Hygiene-Checks zu befürchten sind. Nur gut, dass die Malmöer auf der Bühne auch unbeschwerten Northern Soul in ihren 80er-Indiepop einfließen lassen. Dass sie dabei auf den allerorts wiederbelebten düsteren Synthie-Sound verzichten, spricht außerdem für sie, genauso wie die naturrein aufkeimende Gefühlsintensität. Die ist besonders stark, wenn ihre Kollegin Marika die Jungs am Klavier begleitet und aus der steifen Indiebrise romantische Sonnenuntergangsstimmung wird. Denn in einer gepflegten Flaute dümpeln The Sonnets garantiert nicht.

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