Verkehrte Welt bei Joss Stone: Hautfarbe weiß, Stimme schwarz; barfüßige Hippiebraut, geboren 1987; Sixties-Soul im Jahr 2010. Auch mit ihrem vierten Album „Colour Me Free“ macht sich die Flowerpower-Pippi-Langstrumpf die Welt so, wie sie ihr gefällt. Knarzender Soul mit Wucht und Wärme, der jede Tristesse in einen leuchtenden Regenbogen verwandelt. Auch wenn ihre Platten seit dem Debüt „The Soul Sessions“ vor sieben Jahren etwas sauberer klingen als zum rauen Beginn. Nur gut, dass das mitreißende Organ der Engländerin über schmalzigsüße Textzeilen wie „love was made for you and me“ hinwegfegt. Ja, ist denn schon Frühling, fragen wir. Nein, aber sagen wir es mal so: Auch aus der dunkelsten Ecke heraus brächte die Stone Blumen zum Blühen.

Video-Tipp: „Tell Me What You Gonna Do Now“ von Joss Stone