Wenn sich dumpfer Hau-drauf-Rock und simple Elektronik paaren, spricht man üblicherweise von Crossover. Gibt man den beiden allerdings ein bis zwei Schippen mehr Intelligenz mit, geht es schnell raus aus diesem Ghetto. 65daysofstatic spielen sich elegant windenden Instrumentalrock mit Keyboard und dem einen oder anderen nervösen Tüftelbeat aus Störgeräuschen. Wer mag, kann versuchen, die Herkunft aus der Industriestadt Sheffield herauszuhören: Der schroffe Gitarrensound lässt vor dem geistigen Auge jedenfalls eher Stahlfabriken als Blumenwiesen entstehen. Druckvoller als das meiste, das als Postrock verkauft wird, gerät das indietypische Mitwippen öfters mal zum Stadionrock- Ausflippen. Echt schwierig, das mit den Schubladen.

Video-Tipp: „Don’t Go Down to Sorrow“ von 65daysofstatic