Jan Phillip Eißfeldt alias Jan Delay ist sein Name, Hamburg seine Heimatstadt, und seit seinem 15. Lebensjahr macht er am Mikrofon die Bühnen zwischen Kiel und Zürich unsicher. Auf denen hat das schmächtige Bleichgesicht mehr gelernt als jeder solariumgetoastete Klon einer Castingshow. Denn die Entertainment-Schule ist immer noch eine, in der man mit wahrhaftiger Liveerfahrung gleich mehrere Klassen überspringen kann. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass es einem deutschen Musiker wie ihm gelingen würde, die Massen mit handgemachtem Soul und Funk zu bewegen und als Konsens-Popstar allgegenwärtig zu sein?

Nur Delay wusste bereits als Teil des Hip-Hop-Trios Beginner, dass er mit nachhaltiger Musik ganz nach oben will. Mit sattem Bass und lässiger Attitüde diktiert er nun der Republik den Funkgroove. Live gibt sich der Hamburger mittlerweile als galanter Entertainer, der mit feinem Zwirn charmant durch den Abend führt. Mit näselnder Stimme und immer in Bewegung animiert er sich, seine Band und das Publikum, eine Riesenparty zu feiern und sich gemeinsam in der Musik zu verlieren. Seine Band Disko Nr. 1 sorgt derweil mit Bläsern und Backgroundsängerinnen für den Swing. Und zu diesem Sound tanzen selbst die steifsten Kartoffeln als hätten sie sich die Tanzschritte bei James Brown abgeschaut.

Video-Tipp: „Oh Jonny“ von Jan Delay