Helge Schneider wurde 1955 in Mülheim an der Ruhr geboren. Schon in früher Kindheit zeigte sich sein musikalisches Talent, vor allem seine Begabung für das Klavierspiel. Heute spielt er auf einer Vielzahl an Instrumenten, wie Saxophon, Vibraphon, Marimbaphon, Akkordeon, Gitarre, Geige, Hawaiigitarre, Blockflöte, Schlagzeug, Trompete, Hammond-Orgel, Cello oder Kontrabass. 2008 wurde Helge Schneider vom Bundesverband Klavier als „Klavierspieler des Jahres“ ausgezeichnet. Anfänglich ein guter Schüler, verlor Schneider bald das Interesse an einer schulischen Laufbahn, brach die Schule 1971 ohne Abschluss ab und begann eine Lehre als Bauzeichner. 1972 begann er am Duisburger Konservatorium ein Klavierstudium, das er bald darauf ebenfalls abbrach, weil ihm das Auswendiglernen von Noten nicht zusagte. Ab 1977 bemühte sich Helge Schneider intensiv darum, mit seinen künstlerischen Talenten Einkünfte zu erzielen.

Von 1985 bis 1991 war Schneider Co-Moderator der Fernseh-Musik-Sendung „Off-Show“ des WDR. In diesen Jahren arbeitete er an seinen musikalischen Grundlagen, lernte das Spielen vieler weiterer Instrumente und eignete sich Bühnenerfahrung an. Er entwickelte seinen persönlichen Stil der Antikomik, der sich Kritikern zufolge durch Respektlosigkeit, kindischen Unsinn und das Vermischen von Banalem mit Anspruchsvollem auszeichnet. Ab 1989 stieg Schneiders Bekanntheit in Deutschland durch seine Auftritte unter dem selbst zugelegten Beinamen „Die singende Herrentorte“. Auf der Bühne zelebrierte er eine Mischung aus absurden Geschichten, parodistischen Schlagern und Jazzmusik.

1992 gelang ihm mit dem jeweils zur Hälfte live und im Studio aufgenommenen Album „Guten Tach“ der kommerzielle Durchbruch. 1994 wurde Schneider durch einen TV-Auftritt bei „Wetten, dass..?“ einem Millionenpublikum bekannt und das Stück „Katzeklo“ platzierte sich daraufhin in den deutschen Charts. Schneider konnte mit seinen Programmen nun größere Säle füllen. Es erschien das Doppelalbum „Es gibt Reis, Baby“, für das er eine Goldene Schallplatte erhielt, und ein erster Kriminalroman. Mit dem Kinostart von „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“ erreichte der Kult um Schneider einen vorläufigen Höhepunkt. Zugleich löste dieser in Deutschland eine Diskussion über den kulturellen Wert seiner Arbeit und die Situation des deutschen Humors an sich aus. Erst Jahre später sollte Schneider als erfolgreicher Entertainer und Künstler allgemein anerkannt werden.

Video Tipp: Helge Schneider – Sommer, Sonne, Kaktus!

Als der Kult um Helge Schneider für ihn unerträglich wurde, zog er sich von der Bühne zurück. Das Auftreten vor immer größeren Menschenmassen entsprach nicht seiner Vorstellung von Kunst. Hinzu kommt, dass er in seinen Programmen immer mehr den Schwerpunkt auf Jazzmusik legte – das allgemeine Publikum hingegen seine Konzerte zunehmend wegen der absurden Geschichten und Schauspieleinlagen besuchte. Schneider feierte 2005 seinen 50. Geburtstag, steht nach wie vor regelmäßig auf der Bühne und schreibt Bücher.

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