Es ist eine der schlimmsten Phrasen, die man im Pop benutzen kann: „Man darf gespannt sein, wie er diese Songs auf die Bühne bringt.“ Aber Sufjan Stevens‘ Album „The Age Of Adz“ ist ein so vielschichtiges Meisterwerk, das zwischen Apokalypse und Liebeswahn, zwischen Synthesizer und Geige, zwischen Gospel und Electro pendelt – „man darf gespannt sein, wie er diese Songs auf die Bühne bringt“. Vielleicht wirft er den ganzen wunderbaren Ballast aber auch einfach ab, hängt sich nur die Gitarre um und trägt diese sensationelle Musik so reduziert vor, wie wir es von ihm kennen. Schließlich sieht Sufjan Stevens immer noch aus wie der Streber, der im Hörsaal ganz vorn sitzt, obwohl er inzwischen 35 ist. Und er berührt immer noch mehr als jeder seiner tausend Nachahmer.

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