Sie sind wieder da. Zum 30-jährigen Jubiläum gibt es eine Tour. So als wäre es ein letztes Aufbäumen, noch einmal Wut über System und Gesellschaft ins Mikro zu brüllen. Doch die Zeit von Slime ist vorbei. Sie sind ein bisschen wie ein Museum, das „Haus der Geschichte“ als Mitmachveranstaltung, Zeitgeist zum Hüpfen. Das Publikum reckt die Arme. Der Text sitzt. Selbst der von „Ihr seid nichts als linke Spießer. Ihr habt nichts dazugelernt“. Heute sehen viele, die damals auf dem Index stehende Texte mitgrölten, die Dinge differenzierter, trinken Wein statt Karlsquell und verfallen in Nostalgie bei „Störtebeker“ und „Schicksalsspiel“. Die Gitarren klingen virtuoser, der Gesang noch nach speckigen Röhrenjeans und No Future. Die Zeiten ändern sich eben nicht.