In den Achtzigern war die Welt einfach. Es gab Popper – und Leute, deren Musik aus Dämonen, Gittarrengegniedel, Metaphern und bedenklich engen Hosen gemacht war: Heavy Metal. Die walisischen Metaller Bullet For My Valentine wollen nun den ganzen Kuchen. Denn wenn sie schon im breitbeinigem Spagat auf der Bühne stehen, sind Matthew Tuck und Co auch beim Rest konsequent: Pop, Zeitgeist und die Tradition – das soll alles rein in die geile Wundertüte aus Metall. Eine Gitarrenmelodie jagt die andere, denn poppige Hitrefrains, Grobmeierei, Soli und Schwermetallanimation sind ihnen dicht auf den Fersen. Ursprünglich als Nirvana- und Metallica-Coverband gegründet, haben Bullet For My Valentine gut zehn Jahre später einen beachtlichen Ruf in der Emo- und Metal-Szene (sowie einige Konzerte mit Metallica) vorzuweisen. Mit den harten Riffs von Michael Padget und einem sicheren Wechsel zwischen Matthew Tucks halbwegs melodischem Gesang und dem Gefühlsschreien von Bassist Jason James setzten die Waliser allabendlich ihre Maxime in die Tat um: „Eine gute Show abliefern und vollen Einsatz zeigen“, wie Padget formuliert. Dass dabei zwischen rauen Kerlen auch schmachtende Mädchen die erste Reihe besetzen, stört die Band weniger. Und dass sich das Crowdsurfen in Grenzen hält, liegt vielleicht einfach an der Angst vor einem versauten Emoscheitel. Nur eines hat sich seit damals nicht geändert: Wer es allen recht machen will, kracht zwischen die Stühle. Auch wenn sie aus Metall sind.

Video-Tipp: „Waking The Demon“ von Bullet for My Valentine