Holen Sie schon mal die Leggins in Neonfarben, die Bluse mit Schulterpolstern und den Föhn für die richtige Frisur aus dem Keller. Wenn Goldfrapp dieses Mal auf Tour kommen, dann wird das nämlich eine Hommage an die Achtziger, an Glam, Disco und Electropop. „Head First“ heißt das aktuelle, von jenem Jahrzehnt inspirierte Album der Gruppe um Sängerin Alison Goldfrapp. Und während die Briten sich auf „Seventh Tree“ zuletzt noch im Folkgewand präsentierten, rollen sie nun mit einer fahrbaren Disco durch Deutschland. Sie performen fast alle Songs von „Head First“ vor einem riesigen, aufblasbaren, silbernen Tunnel, dazu spielen sie ihre größten Electro- und Glam- Hits, wie „Ooh La La“ und „Train“. Von „Seventh Tree“ gibt es einzig „A&E“ zu hören. Die Botschaft ist also eindeutig: Tanzen! Im Mittelpunkt der Show steht wie immer Alison Goldfrapp selbst. Mehrere Kostümwechsel gehören bei ihr dazu. Mal trägt sie ein glamouröses Kleid in Gold, dann einen schwarz glitzernden Catsuit mit Federboa.

Dabei bräuchte Goldfrapp diese Verkleidungen gar nicht, die 44-Jährige hat auch so Hunderte Gesichter. Sie ist sexy und gefährlich, stark und verführerisch. Mal schleicht sie über die Bühne, mal fegt sie von einem Ende zum anderen. Sie singt und haucht, schreit und jault. Eigentlich wäre sie die viel bessere Lady Gaga. Und weil Alison Goldfrapp alleine schon so viel Charisma hat, braucht ihr Bandkollege und Komponist Will Gregory gar nicht mitzukommen auf Tour. Stattdessen hat die Britin eine vierköpfige Liveband dabei. Die ist natürlich mit allerhand Synthesizern und Keyboards zum Umhängen ausgestattet, ganz wie in den Achtzigern. So, und jetzt noch mal schön die Haare zurechtföhnen.

Video-Tipp: „Rocket“ von Goldfrapp

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