Robert Francis reißt das Maul ganz schön weit auf. Der 23-Jährige spuckt auch große Töne wie ein alter Hase. Beides hat nichts mit Arroganz zu tun. Es ist nur seine Art zu singen. Die Augen zusammengekniffen, den Kopf in den Nacken gekippt, den Mund zu einem großen, schwarzen Loch geöffnet, als würde er versuchen, den piefigen Herzschmerz des Publikums einzusaugen, um ihn in wunderschönen Schmachtworten zurückzuschmettern. Bei seinen Blues und Folkrock-Balladen mit der verwehten Gitarre ziehen Männer ihre weibliche Begleitung gern etwas näher an sich heran. Angeblich, weil diese Musik auch ihre romantische Ader trifft. In Wahrheit wollen sie sichergehen, dass die Mädels nicht in die tätowierten Arme des kalifornischen Wuschelkopfs laufen.

Video-Tipp: „Junebug“ von Robert Francis