Das gab es lange nicht mehr, dass einer seine Liedtexte in so bildreicher Sprache, ohne jede Angst vor den Klischees der Poesie, vorträgt. Wenn man dem Berliner Singer/Songwriter Hans Unstern zuhört, wird man weniger an andere Bands erinnert als an die Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann oder die amerikanischen Beat Poets. Die Musik dazu ist spärlich, melancholisch. Vor sich sieht man einen einsamen Wolf auf Reisen – und liegt damit überhaupt nicht falsch. Jahrelang zog es Unstern als Straßenmusiker durch Europa. Viele seiner Stücke entstanden auf Fährfahrten von Calais nach Dover, heißt es. Alles nur Legende? Egal, denn schönere und traurigere Lieder als Unstern schreibt zur Zeit niemand. Auf Tour lässt er sich nun von einer Band begleiten.

Video-Tipp: „Paris“ von Hans Unstern