Es gibt nicht mehr viele Ereignisse in der Musikszene – aber das hier ist ein Ereignis“, meinte Gary Barlow, angesprochen auf die Wiedervereinigung von Take That mit Robbie Williams. Und der Sänger ist nicht gerade als Großmaul bekannt. Für ihre Reunion-Tour wurden allein in Großbritannien 1,34 Millionen Tickets binnen 24 Stunden verkauft. Damit brachen Take That den eigenen Rekord ihrer „The Circus Live“- Tour aus dem Jahr 2009. Manch einer mag sich fragen, wie es ihnen gelingen kann, ihre Boyband-Vergangenheit nun schon ein zweites Mal, diesmal mit Williams, in den Schatten zu stellen. Die Antwort findet man nicht in der Musik, sondern in der Geschichte: Mit Take That assoziiert man Aufstieg und Fall, Streit und Vergebung, das Nutzen einer zweiten Chance, an dessen Ende Freundschaft steht. Es ist das große Happy End in der Blase des Pop. Um das in 13 Stadien in Europa aufzuführen, bedarf es natürlich einiges. 50 Millionen britische Pfund, 110 Trucks und 238 Crewmitglieder zum Beispiel. Eine Bühne, in deren Mitte eine 20 Meter hohe Menschmaschine namens „OM“ steht. Wasserspiele, Akrobaten wie aus „Alice im Wunderland“, jede Menge Pyrotechnik und einen Supportact wie die fantastischen Pet Shop Boys mit all ihren Hits. Dazu eine eigene Songliste, die sich liest wie das Best-of aus 20 Jahren Take That und Robbie Williams. „Die Herausforderung war, trotz allem Bombast den Familien-Vibe in der Show zu erhalten“, so ihr Produktionsleiter Chris Vaughan. Denn Take-That-Konzerte sind wie Volksfeste mit fünf Hauptdarstellern. Und am Ende liegen sich nicht nur Take That in den Armen, sondern ein ganzes Stadion.

Video-Tipp: „Back for Good“ von Take That